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Die Auswahl des Messortes

Die Genauigkeit der Körpertemperaturmessung hängt vom geeigneten Messort und dem Messverfahren ab. Ideale Messorte mit höchster Genauigkeit sind invasive Messungen.

Die Körpertemperatur einer gesunden Person verändert sich im Tagesverlauf und in Abhängigkeit von den ausgeführten Tätigkeiten. Die Körpertemperatur ist auch nach jeder körperlichen Anstrengung erhöht.

Grundsätzlich wird zwischen der Körperkerntemperatur und der Oberflächentemperatur entschieden. Die Oberflächentemperatur wird an der Hautoberfläche gemessen und ergibt sich aus der Umgebungstemperatur und der Temperatur im Körperinneren.

Das Standardfieberthermometer ist das analoge Glasfieberthermometer.
Die neueste Generation ist nicht mehr mit dem früher verwendeten giftigen Quecksilber gefüllt, sondern beinhaltet eine neuartige ungiftige Messflüssigkeit: Galinstan. Galinstan ist eine innovative Messflüssigkeit aus Gallium, Indium und Zinn und besitzt die gleichen Messeigenschaften wie das giftige Quecksilber.

Außerdem auf dem Fieberthermometermarkt zu finden sind die verschiedenen Digitalfieberthermometer.

Die vorgenannten idealen Messstellen sind Körperhöhlen in der Nähe großer Blutgefäße. Es sind die bekannten Messorte Mund (oral), Mastdarm (rektal), Achselhöhle (axillar) und Innenohr.

Oraltemperatur (Messort: Mund)
Die hintere Sublingualtasche, d. h. das Mundgewebe weit hinten unter der linken oder rechten Zungenseite ist der beste Messort. An diesen Stellen entsprechen die Temperaturen am ehesten den invasiven Messorten.
Bei dieser Messmethode sollte der Patient den Mund geschlossen halten, durch die Nase frei atmen können und innerhalb der letzten 30 Minuten keine kalten oder warmen Getränke sowie Speisen zu sich genommen haben.

Die Normaltemperatur liegt gewöhnlich bei 36,0°C – 37,5°C.
Die Anwendung sollte nur bei Personen, die älter als 4-5 Jahre sind, erfolgen.

Rektaltemperatur (Messort: Mastdarm)
Die rektale Messung ist eine Alternative, wenn die Oralmessung aus irgendwelchen Gründen nicht geeignet ist (Wärme- oder Kälteanwendung am Kopf oder Hals, lokale Entzündungsprozesse, Babys und Kleinkinder unter 4-5 Jahre).
Die Rektalwerte liegen durchschnittlich um 0,3 °C – 0,4 °C höher als die Oraltemperatur.

Zur Vermeidung eines möglichen Rektaltraumas oder einer Perforation ist beim Einführen des Fieberthermometers auf eine Maximaltiefe von 2-3 cm zu achten. Zur Erleichterung des Einführens sollte ein Gleitmittel benutzt werden.

Axillartemperatur (Messort: Achselhöhle)
Die Achselhöhle ist wohl der älteste Ort zur Bestimmung der Körpertemperatur. Die ersten Temperaturuntersuchungen des deutschen Arztes Wunderlich vor einem Jahrhundert wurden ausschließlich in der Achselhöhle vorgenommen. Mit der Veröffentlichung seiner Untersuchungen, die danach weltweit zur Einführung der täglichen Temperaturmessung in den Krankenhäusern geführt hat, wurde die Axillarmessung zum Standardmessort.

Bei Säuglingen und Kleinkindern entspricht die Axillartemperatur etwa der Rektaltemperatur.
Die Axillarmessung ist für jede Altersgruppe anwendbar.
Die Messzeit beträgt maximal 5 Minuten.

Ohr-Temperaturmessung (Messort: am Trommelfell)
Das Trommelfell ist ein idealer Ort für die Temperaturmessung. Es wird vom gleichen Blut versorgt, wie der Hypothalamus, das Temperatur-Regelzentrum des Menschen. Im Unterschied zur “äußeren Temperaturmessung” zu der die orale, axillare und rektale Messung gehören, werden am Trommelfell Kerntemperaturen gemessen.
Ohrthermometer messen die Temperatur des Trommelfelles mit einem Infrarotsensor. Das Messergebnis steht nach 1 Sekunde zur Verfügung.

Die Genauigkeit der Messung ist sehr von der Handhabung des Thermometers und der Ausführung des Messsensors abhängig. Da der Ohrkanal nicht gerade ist, erfordert es einige Übung, um mit dem optischen Messsystem genau die Infrarotstrahlung des Trommelfells zu erfassen.

Bei Kindern unter 3 Jahren führt die exakte Platzierung des Thermosensors im Ohr oft zu Problemen, welche zu Messungenauigkeiten führen. Ebenso ist es sehr schwierig, genaue Messergebnisse bei aktiven, etwas unruhigen Kleinkindern zu erhalten, weil sich bei ihnen der Fühler ebenfalls schwierig platzieren lässt.

Es werden sehr gute Messergebnisse erreicht, wenn der Gehörgang durch leichtes Ziehen am Ohr gestreckt wird und damit der Messsensor nicht den Gehörgang sondern, das Trommelfell als eigentlichen Messort aufnehmen konnte. Trifft man nur den Gehörgang, liegen die Temperaturen bis zu 1°C unter der tatsächlichen Körpertemperatur.
Die Normaltemperatur liegt gewöhnlich bei 35,8°C – 38,0°C.

Stirn-Temperaturmessung (Messort: Stirn – Schläfe)
Wie bereits eingangs erwähnt, können äußere Körpertemperaturen in der Nähe großer Blutgefäße relativ gut gemessen werden.

Mittels Infrarot-Sensoren ist es daher möglich, die Temperatur im Stirn- und Schläfenbereich zu ermitteln.
Diese Thermometer werden als am wenigsten störend empfunden und es kann auf eine angenehme Art und Weise die Körpertemperatur gemessen werden.
Nach dem Auflegen des Thermometers auf die Stirn wird mittels des Infrarot-Sensors der höchste Messwert ermittelt. Gleichzeitig misst ein zweiter Sensor die Umgebungstemperatur. Die Auswertung der Differenz der beiden Messwerte ergibt unter Berücksichtigung klinischer Ausgleichsrechnungen die Körpertemperatur.